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Aktuelles für Sie gelesen!

Multivitaminpräparate Sinn oder Unsinn?

 

Hintergrund: Wir wollen uns alle gesund ernähren. Viele greifen deshalb zu Multivitaminpräparaten. Diese sind als Tabletten, Brausepulvern etc. auf dem Markt. Aber helfen diese Mittel wirklich?

 

Studie: für die Studie wurden Langzeitdaten aus der "Iowa Women´s Health Study" untersucht. Es handelt sich dabei um meist Frauen  im Alter von 55-69 Jahren. Insgesamt wurden in diese Studie 38772 Teilnehmerinnen aufgenommen. 85% der befragten Frauen gaben an, dass Sie tgl. Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmitteln zu sich genommen haben.

 

Hintergrund: Die einzige Substanz, durch deren Einnahme die Sterblichkeit leicht gesunken wurde, war Kalzium.

 

Empfehlung: es ist besser sich gesund zu ernähren , als auf wohl möglich teure Präparate als Ergänzung zu setzen. Kalzium mit Vitamin D ist allerdings weiterhin zu empfehlen. 

 

Quelle: infomed-screen, Januar/Februar 2012 - Jahrgang 16/Nr.1

 

Prostatabiopsien - Wie sehen die Komplikationen aus?

 

Hintergrund: The European Randomized Study of Screening for Prostata Cancer (ERSPC) hat einen klaren Vorteil für die Patienten durch das Screening gezeigt. Nachteilig sind allerdings die Komplikationen der Prostatabiopsie.

Es wurden von 1993 - 2011 10474 Patienten im  Alter von 54,6 bis 76,6 Jahren in die Studie eingeschlossen. Alle hatten eine antibiotische vorbeugende Behandlung mit Cotrim oder Ciprofloxacin erhalten.

 

Ergebnis: Fieber hatten 4,2 %, eine stationäre Aufnahme war bei 0,8%  erforderlich.

 

Interpretation: die ausgewählte Gruppe ist in der Anzahl sehr groß und bildet damit einen normalen Querschnitt der männlichen Bevölkerung ab. Es handelt sich insgesamt um eine valide Studie. Die Komplikationsrate  sehr gering. Nachteil der Studie: es wurden nur 6 Biopsien anstelle der jetzt üblichen 10-12 Biopsien durchgeführt. Die Komplikationsrate müsste deshalb höher ausfallen. Eine weitere Studie ist daher erforderlich.

 

Quelle: übermittelt von der Martini-Klinik Hamburg Prof. Dr. Markus Graefen (Februar 2012)  

 

 

 

 

Verhindert ein 5-Alpha-Reduktasehemmer (Proscar entspr. Finasterid oder Avodart entspr. Dutastarid)  Prostatakrebs ?

 

Antwort: Nein!!

 

Erklärung: in der Vergangenheit wurde dieses Thema in der Fachwelt sehr kontrovers diskutiert. Es gab zwei Studien (PCPT und REDUCE) die eine 23-25% Reduktion von Prostatakarzinomdiagnosen zeigten. Wurde ein Prostatakarzinom unter Dauertherapie dieser Wirkstoffe diagnostiziert, handelte es sich statistisch signifikant aber um aggressivere Tumore. Die FDA (Food and Drug Administration in den USA vergl. mit unserer Gesundheitsbehörde) hat nun in einer renommierten medizinischen Zeitschrift dem New England Journal of Medicine, July 2011-12-21 eine abschließende Empfehlung publiziert.

 

Die Schlussfolgerung der FDA lautet, dass Finasterid und Dutasterid nicht zur Vorbeugung (Chemopävention) des Prostatakarzinoms empfohlen werden kann.

 

Quelle: übermittelt von der Martini-Klinik Hamburg Prof. Dr. Markus Graefen (Dezember 2011)  

 

 

 

Helfen pflanzliche Präparate z.B. Sägepalm bei Prostatabeschwerden?

In Deutschland und auch in den USA nehmen viele Männer bei Prostatabeschwerden ein pflanzliches Prostatamittel. In einer einer Studie (Cochrane-Metaanalyse) aus dem Jahre 2002 kam man zu dem Ergebnis, dass die Beschwerden sich unter der Einnahme von Sägepalmextrakt besserten. Eine weitere Studie aus dem Jahre 2009 (Cochrane-Review) konnten eine Besserung nicht mehr signifikant nachweisen.                                                                                                                                                                                      

Eine amerikanische hochwertige Studie 2011 (randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert) beobachtete 369 Männer, die älter waren als 44 Jahre.  

Ergebnis: Alkoholische Extrakte aus Sägepalm-Früchten sind sowohl in niedriger (320mg/Tag) aus auch hoher Dosierung (960mg/Tag) bei Männern mit gutartiger Vergrößerung der Prostata wirkungslos und tendenziell Placebo unterlegen.

Unabhängige Studien, wie diese, sind zu begrüßen. Das einzig Positive  kann man darin sehen, dass Menschen in Ländern niedrigem Einkommen durch das Ernten der Sägepalmfrüchten etwas Geld verdienen. Die Vermarkten dieses "Placebos" in reichen Ländern ist sicher profitabler!

Quelle: Der Arzneimittelbrief, Jahrgang 45, Nr.11, November 2011

 

 

 

Eine Frage die immer wieder von Patienten gestellt wird:

Beeinflusst die körperliche Belastung den PSA Wert?

Es wurde eine Studie zur Klärung dieser Frage durchgeführt von Prof. Dr. Kindermann, Uni des Saarland, veröffentlicht im der Urologen Band 50, Heft 2, Februar 2011.

Ergebnis: Körperliche Aktivität kann die PSA-Konzentration im Blut bei älteren Patienten mit einer vergrößerten Prostata bei einen PSA Ausgangswert von > 4ng/ml erhöhen. Fahrradbelastungen führen infolge der zusätzlichen mechanischen Belastung durch den Sattel   zum größten Anstieg mit durchschnittlich 25%. Laufsportarten führen eher nicht zum Anstieg.   Nach 48 Stunden ist jedoch der Ausgangswert erreicht.

 

Eigene Empfehlung: Männer sollten vor einer geplanten PSA Messung auf Sportarten mit sitzender Tätigkeit (Rudern, Fahrradfahren etc.) mindesten 2 Tage vorher verzichten oder den behandelnden Arzt von der sportlichen Tätigkeit in Kenntnis setzen.     

 

Vergleichende risikoadjustierte Mortalitäts(Sterblichkeitsrate)-Raten nach primärer Chirurgie, Strahlentherapie oder Androgendeprivationstherapie beim lokalisierten Prostatakarzinom

 Cooperberg et al, Cancer, November 2010 (15:5226-5234)

Hintergrund: Da keine adäquaten randomisierten Studien zum Vergleich aktiver Therapiemodalitäten des lokalisierten Prostatakarzinoms bestehen, haben die Autoren risikoadjustiert die karzinomspezifische Mortalität unter Männern, welche eine radikale Prostatektomie, eine Strahlentherapie oder eine primäre Hormontherapie bei lokalisiertem Prostatakarzinom bekamen, verglichen.

Schlussfolgerung: Die Prostatektomie bei einem lokalisierten Prostatakarzinom war verbunden mit einer signifikanten und substanziellen Reduktion in der Mortalität (Sterblichkeit) relativ zur Strahlentherapie und zur Androgendeprivation.

Kommentar Dr. Beerboom: die operative radikale Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinom ist nach wie vor der "Gold-Standard" 

Quelle: übermittelt von der Martini-Klinik Hamburg Prof. Dr. Markus Graefen (Februar 2011)

Das Aus für Gingko Präparate!

Quelle: KVH aktuell Jhrg.15 März 2010

Weit über 3000 Senioren wurden durch ein amerikanisches Institut untersucht, um die Wirkung eines Gingko Präparates auf die geistige Entwicklung alter Menschen zu erforschen. Nach 6 Behandlungsjahren ist das Ergebnis ernüchternd. Die Mittel, die von der Werbung quasi als Schutzschirm fürs Gehirn dargestellt werden, verhindern den geistigen Abbau oder leichte Demenzen ebenso wenig wie Placebo.

Kann die neue Untersuchungstechnik PET-CT (F18 Flourethylcholin) die Diagnostik des Prostatakarzinom verbessern?

Quelle: Thomas Steuber et al. Eur J Cancer, 2009 Dec 5

Ziel der Studie war, die Wertigkeit der PET/CT vor radikaler Prostatektomie zu überprüfen.

Kommentar: Das PET/CT gilt als etablierte und sinnvolle Ergänzung bei verschiedenen onkologischen Erkrankungen.  Nach Durchsicht der vorliegenden Studien liegt nur eine unzureichende Datenlage zum prätherapeutischen Staging beim Prostatakarzinom vor. Es fand sich eine Sensitivität von 64% allerdings bei Metastasen von einer Größe von 15 mm. Diese sind aber auch sich im normalen CT zu erkennen.

Schlussfolgerung: Unter Berücksichtigung der Datenlage kommen auch aktuelle nationale und internationale Leitlinien zu dem Schluss, das cholinbasiertes PET-CT als experimentelles diagnostisches Verfahren gilt. Eine kommerzielle Anwendung, dessen finanzielle Last derzeit vom Patienten getragen wird, erscheint bei fehlender Aussagekraft sowie limitiertem therapeutischen Nutzen fragwürdig.

Zukunft: Zur Zeit werden alternative Tracer  als das F18 Flourethylcholin erprobt. Vielleicht kann dann die PET diagnostik auch beim Prostatakarzinom verwendet werden.

Intermittierende (Therapiepausen) anti-androgene Therapie bei lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinomen: Ergebnis einer randomisierten  Phase-III-Studie der südeuropäischen uro-onkologischen Gruppe

Quelle: Da Silva  et al., European Urology 2009, 55: 1269-1277 übermittelt von der Martini-Klinik Hamburg Prof. Huland

Frage: Ist eine intermittierende Therapie mit einer kürzeren Zeit bis zur Progression (fortschreiten) verbunden?

Schlussfolgerung

Fazit der Studie war, dass das progressionsfreie Überleben durch eine kontinuierliche Hormontherapie verbessert werden kann, das Gesamtüberleben jedoch aufgrund der kardiovaskulären Nebenwirkungen einer kontinuierlichen Hormontherapie nicht positiv beeinflusst wird. Die Autoren schlussfolgern, dass die Therapie gleich effektiv ist, dass aber aufgrund des verbesserten Nebenwirkungsspektrums und natürlich auch aufgrund ökonomischer Gesichtspunkte eine intermittierende Hormontherapie in der Routinetherapie berücksichtigt werden soll.

Dezember 2009

Ejakulatio präcox (vorzeitiger Samenerguss)

Erstmalig steht ein Wirkstoff Dapoxetin (Priligi®) zur Behandlung der Ejakulatio präcox zur Verfügung. Erprobt wurde der Wirkstoff weltweit an über 6000 Patienten. Das Medikament wird 1-2 Stunden vor Geschlechtsverkehr eingenommen. (Dosierung 30mg oder 60mg). Nebenwirkungen: ca. 20% Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Durchfälle. Diese traten meistens bei der 60 mg Dosierung auf.

Meine Empfehlung: der Patient sollte zunächst die Dosierung 30 mg wählen.

Autor: Dr. Beerboom für Sie recherchiert. Juni 2009

Hilft Vitamin C und E sowie Selen zur Vorbeugung eines Prostatakarzinoms?

 die Physicians "Health Study II" ist eine randomesierte, doppelblinde und plazebobokontrollierte         Studie an 14614 über 50jährigen US-Ärzten. Ende der Studie 2007. Über eine mittlere Laufzeit von 8 Jahren wurde berichtet. Dosierung: Vitamin E jeden 2.Tag 400 E; plus tgl. 500mg Vitamin C.  Eine weitere Studie "Select-Studie" wurde tgl. 400 E Vitamin E + 200µg Selen gegeben. Mittlere Beobachtung 5,46 Jahren.

Fazit: Beide Studien kamen zu dem selben Schluß: die antioxidativen Vitamine C und E und Selen sind nicht geeignet zur Verhinderung eines Prostatakarzinom. 

Quelle: Der Arzneimittelbrief Ausgabe April 2009

 

PSA Test     Was gibt es Neues!!!

zwei aktuelle Studien aus den USA und Europa zum Nutzen des PSA - Test - Verfahrens haben die Diskussion zum Thema wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie sind veröffentlicht in der Ausgabe 360 der New England Journal of Medicine vom 26. März 2009.  Während die  europäische ERSPC - Studie zu dem Zwischenergebnis kommt, dass bei  PSA - getesteten  Prostatakarzinompatienten die Sterblichkeitsrate um ca. 20 % niedriger sei als bei der ungetesteten Vergleichsgruppe, sieht die  - amerikanische PLCO - Studie keine signifikanten Vorteile  des PSA - Tests. Die Diskussion ist daher wieder vorprogrammiert.                                                                                                     

Lesen Sie auch dazu die Pressemittelung von der Deutschen Gesellschaft für Urologie.                       

Hier klicken um zur Presseveröffentlichung

Fazit: es gibt zur Zeit nichts besseres als den PSA-Test

 

Ergebnisse einer randomisierten Screening-Studie zur prostatakrebsspezifischen Todesrate

G. L. Andriole et al, N Eng J Med 2009; 360:1310-9

Hintergrund: Die Auswirkung des Prostatakarzinomscreenings durch Anwendung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) sowie der digital-rektalen Untersuchung (DRU) auf die prostakarzinomspezifische Todesrate ist nicht bekannt. Dies ist der erste Bericht des Prostata-, Lunge-, Kolorektal- und Ovarien- (PLCO) Cancer Screening Trial in Hinblick auf die Prostatakarzinommortalität.

            Zusammenfassung: Nach sieben bis zehn Jahren Follow-Up ist die prostatakarzinomspezifische Todesrate                      sehr     gering und war  in beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.

Screening und prostatakrebsspezifische Todesrate in einer randomisierten europäischen Studie

F. H. Schröder et al, N Engl J Med 2009; 360: 1320-8

Hintergrund: Die European Randomized Study of Screening for Prostatecancer wurde in den frühen 1990er Jahren initiiert, um den Effekt des Screenings mit prostataspezifischem Antigen-Test (PSA) in Hinblick auf die prostatakarzinomspezifische Todesrate zu untersuchen.


Kommentar: Die Ergebnisse beider Studien wurden seit Jahren erwartet. Es gibt kaum eine Zeitschrift oder ein Gremium, das nicht bereits Kommentare über diese Ergebnisse herausgegeben hat. Deswegen meinen wir, dass wir sicherstellen sollen, dass Ihnen die Ergebnisse dieser beiden wichtigen Studien in unserer „Literatur des Monats“ mitgeteilt werden.

Beide Studien zeigen deutlich, dass auch unter diesen qualitativ eingeschränkten Bedingungen ein PSA-Screening bei Jüngeren signifikantere Vorteile erbringt als bei Älteren. Beide Studien heben darauf ab, dass nach dem 70. Lebensjahr ein positiver Effekt des PSA-Screenings auf die prostatakarzinombedingte Mortalität noch nicht zu erkennen wäre. Ob dies aber endgültig bei diesem Altersbereich als Grenze bleibt, kann man u.E. erst festlegen, wenn ein weiteres Follow-Up von mindestens 15, besser 20 Jahren einer solchen Screening-Studie vorliegt.

Quelle:
Martini-Klinik am UKE GmbH
Martinistraße 52
20246 Hamburg